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Mystischer Jura: Schlucht des Creux du Van und ein Treffen mit der Absinth-Fee

Der mystische Jura bietet sich definitiv zur Entschleunigung an – und das nicht nur bei Sonnenschein. Die Natur ist am Tag unserer Wanderung am Felsenkessel des Creux du Van (übrigens eines der ältesten Naturschutzgebiete der Schweiz) in dichten Nebel gehüllt, so dass man kaum weiter als 50 Meter sehen kann.Theoretisch würden wir hier die rund 200 Meter hohen Felsen senkrecht in einen hufeisenförmigen Kessel von einem Kilometer Durchmesser abfallen sehen. Zwar bleibt uns dieses Panorama im verborgenen, was sich uns bietet ist aber ebenfalls atemberaubend: von ganz entfernt klingen aus dem dichten Neben Kuhglocken, zuerst leise, dann immer lauter werdend. Der Nebel hängt geheimnisvoll tief zwischen den Bäumen, das Gras unter unseren Füssen ist von der Feuchtigkeit ganz rutschig. Wir stehen in an der Kante zum Abgrund, den man nicht sehen, aber durchaus spüren kann…

Und noch jemandem kann man in dieser fast unwirklichen Landschaft begegnen: der Absinthfee. Mitten im Wald von Môtier, am Anfang der Poëta-Raisse Schlucht und versteckt bei der Quelle Fontaine à Louis, kann man eine versteckte Flasche von ihr finden. Getrübt mit dem frischen, eiskalten Quellwasser definitiv ein einmaliges Erlebnis! Die Umgebung sieht aus wie in einem Märchen: die Bäume ringsum wirken, als wären sie verzaubert, mit ihren mächtigen Wurzeln und mit Moos bewachsenen Stämmen. Absinth, die berühmte Wermutspirituose, wurde im 18. Jahrhundert, ursprünglich als Heilelixir gedacht, im Val-de-Travers geboren und bis zu ihrem Verbot 1910 von zahlreichen Brennereien der Gegend in die ganze Welt exportiert (ein Schweizer Exportschlager, so zusagen). Seit 2005 darf er, traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel und je nach Rezeptur weiteren unterschiedlichen Kräutern, wieder legal gebrannt werden.

 

 

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