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Die vergessene Stadt Machu Picchu

Highlight und Grund der meisten Peru-Ferien ist mit Sicherheit ein Besuch beim Machu Picchu, dem vergessenen inkareich inmitten der beeindruckenden Bergwelt. Vor meinem Besuch konnte ich mir nicht so richtig etwas darunter vorstellen und nachdem aktuell ja viele Ziele vor allem in den sozialen Medien extrem gehypt werden aber eigentlich sehr wenig dahintersteckt, war ich eher skeptisch. Machu Picchu erreicht man nur mit dem kleinen Zug oder zu Fuss, was dem Besucherstrom aber keinen Abbruch tut. Ein bisschen fühle ich mich wie in Disneyland, als wir uns spätabends unseren Weg vom Bahnhof durch die belebten, bunt beleuchteten Strassen des Städtchens Aqua Calientes bahnen. Nicht viel besser wird es am nächsten Morgen, als wir zeitig um 6.00 Uhr für einen Bus zum UNESCO Weltkulturerbe warten – wie schon sehr viele Touristen vor uns, reihen wir uns in die Schlange ein. Die Fahrt die steilen Serpentinen hinauf ist abenteuerlich und ich bin froh, als wir wohlbehalten ankommen. Nach einer Passkontrolle stehen wir ein paar wenige Minuten später mitten in den Ruinen – und ich bin sprachlos. Die Ruinenstadt liegt geschützt eingebettet in die Gipfel der umgebenden Berge friedlich da, die Touristen haben sich um diese Uhrzeit noch verlaufen und ich geniesse die einzigartige Atmosphäre. Wie um alles in der Welt war es vor so vielen Jahrhunderten möglich, mit purer Körperenergie und ohne die technischen Hilfsmittel, wie wir sie heute haben, so etwas zu erschaffen?

 

So weit man das nachvollziehen kann wurde die Stadt 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui erbaut und war dem Sonnengott Inti gewidmet. Insgesamt umfasste sie 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen sind und mit einem System von Treppen verbunden sind. Auch ein bis heute voll funktionsfähiges  Wasserablaufsystem ist vorhanden sowie eine Kanalverbindung von der ausserhalb der Stadtanlage gelegenen Wasserquelle zu den Brunnenbecken im Inneren. Laut aktuellen Forschungen geht man davon aus, dass in der Hochblüte bis zu 1’000 Personen in Machu Picchu beherbergt und versorgt wurden, wahrscheinlich lebte hier aber nur etwa ein drittel von ihnen dauerhaft. Da der ursprüngliche Name der Anlage unbekannt ist, wurde sie nach einem der nahe gelegenen Berggipfel «Machu Picchu», was so viel bedeutet wie «Alter Gipgel» benannt. Offiziell wurde die Stätte 1911 wiederentdeckt, aber bereits vorher gab es einige Berichte und Dokumente über die Existenz der Stadt. Als wichtigste Touristenattraktion Südamerikas besuchen täglich durchschnittlich rund 2’500 Personen das UNESO Welterbe, was definitiv zu viel ist, was ich spätestens gegen die Mittagszeit erschrocken feststelle. Die Menschen drängen sich die schmalen Wege und Treppen entlang und mit der Ruhevollen Stimmung des Tagesbeginns ist es lange vorbei. Ebenfalls gegen die Mittagszeit werden einige Lamas in die Ruinenstadt entlassen, als biologische Rasenmäher und sehr zur Freude der Besucher. Auch ich freue mich und versuche, ein weiteres Selfie mit einem Lama zu erhaschen, doch leider übersehe ich eine Treppenstufe und lande wenig grazil ein paar Zentimeter tiefer auf dem sandigen Steinboden. Aus dem Augenwinkel habe ich den Eindruck, dass das Lama zu grinsen scheint, bis es gelangweilt seinen Kopf wieder demonstrativ in die entgegengesetzte Richtung streckt. Mein Machu Picchu Souvenir habe ich somit aber doch erhalten: einen aufgeschlagenen Unterarm, der mich noch ein paar Tage begleiten wird.

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