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Deutschlands Schätze – Karlsruhe: ein Fächer, ein Fahrrad und eine Bierburg

Dritte und letzte Station unserer Baden-Württemberg Tour war Karlsruhe, eine Stadt die ich bisher nur als grosse Baustelle wahrgenommen habe. Doch wie ich festgestellt habe, wird ihr das definitiv nicht gerecht. Denn: Karlsruhe ist grün, aufgeräumt und anders! Und mit ihren 300´000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Baden-Württembergs mit Sitz des deutschen Bundesgerichtshofs, des Bundesanwalts und des Bundesverfassungsgerichts.

Zunächst einmal starteten wir mit einer Stadtrundfahrt, natürlich auf dem Fahrrad. Was ich nicht wusste: Karlsruhe ist laut Fahrradklimatest auf Platz 2 als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands! Und noch etwas verbindet Karlsruhe mit dem Velo: der Erfinder des Fahrrad-Vorläufers Draisine, Freiherr Drais von Sauerbronn, stammt aus Karlsruhe! Da er die Erfindung in Mannheim machte findet dort im Technoseum ab November eine Sonderausstellung zur Geschichte des Fahrrads statt. Aber nun zurück nach Karlsruhe.

Das wirklich einzigartige an der Stadt ist, dass sie als Fächer angelegt ist. Der Legende nach wurde die Stadt mitten im Grünen errichtet und zwar in der Fächerform, damit die Residenz von Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach, beziehungsweise ein achteckiger Turm im Zentrum der Anlage, der geometrische Mittelpunkt des symmetrisch geordneten Ganzen war. Von diesem Zentrum gehen strahlenförmig wie die Strahlen der Sonne 32 Strassen und Wege aus, die noch heute erhalten sind. Angeblich ist Washington D.C. daher nach dem Vorbild Karlsruhes erbaut.

Nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt gibt es grosse Grünflächen, die zum Verweilen einladen. Der Stadtgarten Karlsruhe mit dem Zoologischen Garten ist eine der grössten innerstädtischen Parkanlagen Deutschlands und beliebtes Ausflugsziel für Einwohner wie Touristen. Ebenfalls beliebt ist der Schlossgarten, der im französischen Barockstil angelegt und im Laufe der Jahrhunderte zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet wurde.

Zwar hat die Stadt Karlsruhe ihren Rang als ehemals drittgrösste Bierproduktionsstätte Deutschlands mittlerweile abgeben müssen, zählt aber immer noch zu den deutschen Biermetropolen. Daher war eine Führung durch die Hoepfner Privatbrauerei auch der Abschluss unserer Tour. Die Brauerei ist aber keine Gewöhnliche. Schon von aussen ist sie eindrucksvoll als Burg im neugotischen Stil etwas oberhalb auf einem Hügel erbaut und erinnert an längst vergangene Zeiten. 1798 gegründet gehört die Brauerei noch heute zu den ältesten noch aktiven Unternehmen in Karlsruhe. Die Burg wurde dann 1896 in der Karlsruher Oststadt erbaut, innerhalb der historischen Mauern findet sich heute ein hochmoderner Betrieb. Der Hopfen kommt aus Tettnang und der Hallertau, die Hefe wird eigens in offenen Gärbottichen (die ich so noch nie gesehen habe und extrem spannend fand. Man möchte sich am liebsten reinlegen 🙂 ) gezüchtet und ist patentiert. Hopfner ist eine der meistprämierten Brauereien Deutschlands, derzeit umfasst das Angebot siebzehn Sorten.

Nach drei Tagen mit sehr viel Bier und Velofahren ging es für uns satt, zufrieden und erschöpft zurück in die Schweiz. Aber ihr könnt gespannt sein, bald gibt es unter meiner kleinen Serie „Deutschlands Schätze“ weitere Impressionen meines Heimatlandes.

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